Konzept der Inklusionskita Simeon

Lieber Leser,

 

hier lesen Sie unser neu überarbeitetes Konzept in einer noch nicht endgültigen Fassung. Im April 2017 werden wir uns auf einem Studientag nochmals mit dem Thema „kindliche Sexualität“ beschäftigen. Hierzu haben wir eine Referentin eingeladen.

 

Danach werden wir dieses Thema im Konzept überarbeiten.

Ist dies geschehen, werden wir es bei der Behörde einreichen.

 

Unser Konzept überarbeiten wir einmal jährlich.

 

 

  1. Unser Leitbild

Referenz QM-Handbuch: F 1.1 Leitbild

 

Unser Leitbild wird den Eltern bei der Anmeldung in Form eines Flyers ausgehändigt.

    Das Leitbild ist ebenfalls auf der Kita- Homepage:

    kita-simeonkirche.de

    einzusehen.

 

  1. Die Rahmenbedingungen

2.1 Trägerschaft

Träger der Kindertageseinrichtung ist der Kirchengemeindeverband (KGV) der Kindertageseinrichtungen im Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost. Die Kirchengemeinde Hamburg- Hamm ist Mitglied im Kirchengemeindeverband, die eine/n Vertreter/in in die Verbandsvertretung entsendet. Die Verbandsvertretung bestellt den Verbandsausschuss, der für die strategische Ausrichtung und die operative Führung zuständig ist.

 

2.2 Geschichte der Kita

     Die Kita Simeon besteht seit 1973. Sie wurde circa 10 Jahre nach Erbauung der Simeon Kirche eingeweiht. 1999 fusionierte die Simeongemeinde mit drei weiteren Hammer Gemeinden und wurde zur Gemeinde Hamburg- Hamm. Die Kirche wurde 2003 an die griechisch- orthodoxe Gemeinde verkauft und gehört somit nicht mehr zu den evangelischen Gotteshäusern, die Kita selbst blieb Teil der Gemeinde. Die Trägerschaft übernahm der KGV. Als 2009 die Kita großflächig umgebaut wurde, entschied sich der KGV das Kitagebäude von der Gemeinde zu kaufen.

Konzipiert wurde die Kita ursprünglich für circa 80 Integrationskinder. In den 80ziger Jahren wurde diese Arbeit eingestellt und die Kita zur Regelkita.

Durch die Veränderung der Betriebserlaubnis sind wir seit 2009 wieder als integrative Kindertagesstätte ausgerichtet und nehmen Kinder ab 8Wochen mit allen Pflegestufen und besonderem Förderbedarf auf

 

2.3 Lage und Einzugsbereich

 

Hamm ist ein alter, gewachsener Stadtteil, der sich seit einigen Jahren verändert. Es ziehen sehr viele junge Familien ins Viertel. Neben sozialem Wohnungsbau gibt es noch einige gediegene Altbauten, direkt an der Bille entstanden ganz neue Wohnkomplexe.

Die Kita liegt an einer der Hauptverkehrsstraßen der Stadt. Deswegen freuen wir uns besonders über unser schönes, grünes und ruhiges Außengelände hinter dem Haus, welches unvermutet eine Spieloase bietet.

An der Straße gibt es ausreichend Parkplätze, die S- Bahn Station Landwehr und U- Bahn Station Burgstraße sind fußläufig gut zu erreichen, in die Innenstadt braucht man mit allen Verkehrsmitteln nicht länger als 10 Minuten.

Durch unsere Integrationsarbeit kommen die Kinder teilweise nicht nur aus der direkten Umgebung, sondern nehmen auch weitere Wege in Kauf. Bei Bedarf werden Kinder mit dem Fahrdienst befördert.

In ebenfalls gut erreichbarer Nähe liegt der Hammer Park.

Es gibt in relativer Nähe nicht nur zwei staatliche Grundschulen, sondern auch eine katholische und eine integrative, evangelische Grundschule, mit der wir als Kita zusammenarbeiten und unsere Arbeit mit ihr abgestimmt haben.

 

2.4 Räumliche Ausstattung

Referenz QM-Handbuch: K 2.4 Räumliche Gestaltung

Die Kita ist über wenige Stufen zu erreichen, über den Spielplatz kann das Haus barrierefrei erreicht werden, die Karren können neben dem Haus unter einem Unterstand geparkt werden.

Bis auf die Bewegungsräume, Vorschulraum und dem Elternsprechzimmer sind alle Räume barrierefrei zu erreichen. Der gesamte Kitabereich ist mit dem Rollstuhl oder Rollator zu befahren. Den Mittelpunkt bildet eine Halle, von der ein Rundweg durch alle Gruppenräume führt. Die Küche und der Waschraum sind ebenfalls über die Halle zu erreichen.

Das Büro der Leitung ist direkt neben der Eingangstür der Kita.

 

2.5 Leistungsarten, Angebote, Öffnungszeiten

Unsere Integrationseinrichtung betreut maximal bis zu 70 Kinder im Alter von 8 Wochen bis zum Schuleintritt.

Die Kita ist Montag bis Donnerstag von 7.00Uhr bis 17.30 geöffnet, am Freitag von 7.00 bis 16.30Uhr. In den Sommerferien schließen wir nicht, sondern bieten eine 6wöchige Notbetreuung an, so können Eltern innerhalb dieser Zeit den 3wöchigen Urlaub frei gestalten. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist die Kita geschlossen, wir können nach rechtzeitiger Absprach bei Bedarf eine Notbetreuung anbieten. An zwei Studientagen im Jahr haben wir geschlossen, an diesen Tagen findet keine Betreuung statt. Im Oktober des laufenden Jahres erhalten alle Eltern eine Terminübersicht über Aktivitäten des folgenden Jahres.

Wir haben feste Betreuungszeiten, bis spätestens 9.00 Uhr werden die Kinder in die Kita gebracht. Eine Ausnahme besteht bei den 5 Stunden Krippen Kindern. Neuaufnahmen bieten wir keine 5 Stunden Krippenplätze an, sollte ein Kind aber nach längerer Aufnahme durch Familienzuwachs oder Arbeitslosigkeit der Eltern nur noch einen solchen Schein erhalten, darf der Platz weiter genutzt werden.

Tritt dieser Fall ein, werden die Kinder in einer festen Kernbetreuungszeit von 7.30Uhr bis 12.30Uhr betreut. So ist gewährleistet, dass die Kinder an Frühstück und Mittag teilnehmen und an allen pädagogischen Angeboten der Bildungsbereiche.

Unsere Einrichtung verfügt nicht nur über eine Küche, in der das Mittagessen frisch gekocht wird, sondern bietet auch ein reichhaltiges Frühstück, sowie eine Teezeit an.

Neben Religionspädagogik und Sprache ist soziales Miteinander ein Schwerpunkt unserer Einrichtung.

 

2.6 Personelle Ausstattung, Qualifikation

Unser pädagogisches Personal setzt sich aus Erziehern/innen und Sozialpädagogischen Assistentinnen zusammen. Als wir uns 2008 entschlossen mit der Integrationsarbeit zu beginnen, entschlossen sich alle Mitarbeiter/innen die Zusatzqualifikation zur Heilerziehung zu absolvieren und setzen dies auch konsequent und kontinuierlich durch.

Aber auch unsere Hauswirtschaftskräfte sind unentbehrlich. Allen voran unsere Hauswirtschaftsleiterin, die täglich das Mittagessen frisch kocht und abwechslungsreich, unter Beachtung der Bremer Checkliste zubereitet.

Wir haben uns ganz bewusst für im Haus festangestellte Hausleute entschieden, sie übernehmen kompetent und gründlich die Reinigung des Hauses und lassen auch mal „Hilfe“ beim Staubsaugen zu.

Frischen Wind bringen Praktikanten von den verschiedenen Fachschulen ins Haus mit neuen Ideen und der häufigen Frage: Warum macht Ihr das so? Oder: Können wir mal dies oder das ausprobieren?

 

  1. Bildung, Betreuung und Erziehung

 

3.1 Ziele der pädagogischen Arbeit

Referenz QM-Handbuch: K 1.1 Rahmen und Planung der pädagogischen Arbeit

Unser Handeln orientiert sich am christlichen Menschenbild. Dieses ist geprägt vom Wissen des Angenommen- und Angewiesen seins auf Gott und andere Menschen, des Gelingens und des Scheiterns und dem Respekt vor der Würde des Einzelnen.

(Leitbild Kirchenkreis-Ost)

 

Diese Aussage prägt die Planung und die Ziele unseres pädagogischen Handelns. Unsere Arbeit ist ganzheitlich angelegt unter der Berücksichtigung Hamburger Bildungsempfehlungen, des Qualitätsmanagements des Kirchenkreises Hamburg-Ost, des Kinderschutzes und der Geschlechterbewussten Erziehung von Jungen und Mädchen.

Jedes Teammitglied hat sich einen Schwerpunkt aus den Hamburger Bildungsempfehlungen nach seinen Stärken gewählt und sich hierauf spezialisiert. An drei Tagen in der Woche, jeweils am Vor- und Nachmittag finden Projektgruppen in den Bildungsbereichen Mathe, Gestalten, Bewegung+Ernährung, Musik, Naturwissenschaften, soziale Umwelt und Sprache statt. Zusätzlich findet 3x wöchentlich die Vorschularbeit statt.

Die Planung findet auf den 14tägigen Dienstbesprechungen im Kleinteam und der Hausbesprechung statt. Sie wird im Qualitätshandbuch dokumentiert.

Die Ziele werden regelmäßig überprüft und dokumentiert, die Entwicklung der Kinder mit Hilfe des Portfolios und der Entwicklungsbögen mit den Eltern besprochen.

Für Kinder mit besonderem Förderbedarf werden in Absprache mit Therapeuten Förderpläne entwickelt, die mit Eltern besprochen werden.

Das Ziel unserer Arbeit ist: Ihre Kinder als selbstwertige, weltoffene, eigenständige Menschen in die Schule zu entlassen.

 

  • Bildungsverständnis und professionelle Grundhaltung

Referenz QM-Handbuch: K 1.2 Bildungsverständnis und professionelle Grundhaltung

Jedes Kind ist von Gott gewollt- so wie es ist. Unabhängig davon, wo es herkommt, was es kann oder leistet. Das ist unser christliches Menschenbild. Deshalb ist unsere Kita offen für alle Kinder, unabhängig von ihrer religiösen, sozialen und kulturellen Zugehörigkeit.

(Leitbild Kirchenkreis Hamburg-Ost)

So steht es im Leitbild des Kirchkreises, so verstehen wir unsere tägliche Arbeit und haben sie darauf ausgerichtet.

Wir sind uns unserer Vorbildfunktion bewusst und behandeln Jungen und Mädchen mit Wertschätzung und Achtsamkeit. Wir erkennen die Kinder in ihrer Individualität an und ermöglichen ihnen die Auseinandersetzung mit religiösen und kulturellen Traditionen.

Unser Bildungsverständnis reflektieren wir regelmäßig, entwickeln unsere professionelle Grundhaltung weiter und setzen uns mit der religionspädagogischen Arbeit auseinander und machen sie sichtbar.

 

3.3. Beziehungen aufbauen und gestalten

Referenz QM-Handbuch: K 2.16 Eingewöhnung

Referenz QM-Handbuch: K 2.10 Beziehungsvolle Pflege

Die Krippenkinder werden nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell eingewöhnt. Dies sieht folgendes vor:

In den ersten Tagen bleibt ein Elternteil gemeinsam mit seinem Kind in der Gruppe. Es bleibt Zeit und Gelegenheit für die Eltern Fragen zu stellen, Kinder und Erzieher/innen können sich langsam kennenlernen. Am vierten Tag findet eine erste kurze Trennung statt, bei der die Eltern aber im Haus bleiben. Sie können es sich bei Kaffee und Keksen in der Halle gemütlich machen. Ihr Kind bleibt in der Gruppe mit Erzieher/innen und den anderen Kindern. Die Trennungszeiten steigern sich täglich ein wenig. Schön ist es, wenn Kinder zu Beginn ihr Kuscheltier oder etwas Vertrautes bei sich haben, so fällt die Eingewöhnung viel leichter. Eine ausführliche Beschreibung erhalten Sie im Erstgespräch.

Bei den Elementarkindern ist die Eingewöhnung häufig kürzer, da sie schneller Kontakt zur Gruppe finden. Bei Integrationskindern ist die Eingewöhnung sehr individuell und auf die besonderen Bedürfnisse zugeschnitten.

So können zwischen Kindern aller Altersstufen und pädagogischen Fachkräften langsam gute Beziehungen aufgebaut und gefestigt werden.

Unter den Kindern baut sich durch unser System der Patenschaften eine gute Bindung auf, denn jeder achtet auf seinen Paten und gibt ihm bei Bedarf Hilfestellung.

Nach 6 Wochen findet das Eingewöhnungsgespräch gemeinsam mit den Eltern statt.

 

3.4 Räumliche Gestaltung

Referenz QM-Handbuch: K 2.4 Räumliche Gestaltung

Die Kitaräume bieten auf 251m² großzügig Platz für die Kinder. Die Kinder werden in eine der drei Gruppen – Zwergenstübchen (Krippe), Architektenhöhle oder Pinselwerkstatt (Elementar) aufgenommen. Wenn sie von der Krippe in den Elementarbereich wechseln, besuchen sie eine der beiden Gruppen fest. Alle Garderoben und Gruppenräume sind ebenerdig und durch Türen miteinander verbunden. Die gesamte Fläche bildet ein großes Quadrat, mit den Gruppenräumen und mit einem kleineren Quadrat in der Mitte, der Halle.

In der Krippe ist alles auf die Größe und Bedürfnisse der Kleinsten des Hauses abgestimmt. Verschiedenste Materialien stehen frei zugänglich für jedes Kind in erreichbarer Höhe in Regalen und werden regelmäßig ausgetauscht, um neue Anregungen zu geben und die Lust am Entdecken zu fördern. Kissen und Decken als Rückzugsmöglichkeiten dürfen natürlich nicht fehlen.

In dem kleineren Raum stehen Tische und Hocker für die Mahlzeiten, in zwei Höhen, den Kindern größenangepasst.

Zum Schlafen geht es in den großen Spielraum der Krippe. Jedes Kind hat seinen Schlafplatz, ob nun Matratze oder Körbchen und bekommt seine eigene Decke und Kissen. Selbstverständlich ist während der Schlafenszeit immer ein/e Erzieher/in anwesend. Gewickelt und Zähne geputzt wird im Zwergenbad, dort gibt es neben Waschbecken ein kleines Baderondell, in dem die Kinder erste Wassererfahrungen machen können. Die Toiletten sind kaum höher als ein Töpfchen und unterstützen die Kleinen in der Sauberkeitsentwicklung.

 

Die Gruppenräume der Elementarkinder sind als Funktionsräume ausgestattet. In der Architektenhöhle können die Kinder bauen, konstruieren und experimentieren. Es gibt keine Tische und Stühle, dafür jede Menge Platz um „Gebautes“ stehen zu lassen oder jederzeit zu erweitern. Baumaterialien von Duplo/ Lego über Holzbausteine bis zur dazugehörigen Kleidung wie Arbeitswesten wird den Kindern zur selbständigen Nutzung angeboten. In diesem Raum finden sich auch die Experimentierkisten, ausgestattet mit naturwissenschaftlichen oder mathematischen Material, was jederzeit ge- und benutzt werden kann.

Die Winkelgasse wird von allen Kindern als Rollenspielraum bespielt. Circa jedes Vierteljahr entscheiden die Kinder über die neue Nutzung des Raumes. Dies besprechen sie mit dem/n Erzieher/innen (s.3.7). Wird es ein Frisörgeschäft oder eine Wohnung, ein Supermarkt oder ein Kleidermarkt, auf oder unter der großen, zweiten Ebene des Raumes? Im Keller lagern wir einen großen Fundus verschiedenster Dinge, die wir zu den passenden Themen einsetzen.

Da dieser Raum auch mit therapeutischem Material ausgestattet ist, finden dort ebenfalls Therapien statt.

Der zweite Funktionsraum ist die Pinselwerkstatt. Alles was Kinder zum Malen, Basteln und Experimentieren benötigen, finden sie hier. In Regalen offen zugänglich liegen Farben, Stifte, Scheren, Klebstoffe, Papiere und vieles mehr. In diesem Raum steht ein großer Arbeitstisch mit einigen Stühlen. Wer viel und mehr Platz braucht, kann auf dem Fußboden arbeiten.

Für persönliche Dinge wie Wechselwäsche, Regenzeug oder Fahrradhelme hat jedes Kind, ob in der Krippe oder im Elementarbereich in der Kleiderkammer (Garderobe) ein großes Fach mit Kleiderhaken und Schuhschublade. „Schätze“, wie Kuscheltiere oder selbsthergestellte Dinge werden in Eigentumsfächern in den Gruppen aufbewahrt, somit lernen die Kinder die Privatsphäre des Anderen zu respektieren.  

Viele Tische und Stühle finden sich nur im Schlemmertempel, dem Kinderrestaurant. Hier wird das gemeinsame Frühstück nicht nur mit den Kindern vorbereitet, sondern auch verzehrt. Das Mittagessen wird von den Gruppen nacheinander eingenommen. Da zur Teezeit bereits einige Kinder abgeholt sind, treffen sich dann alle wieder. Außerhalb der Mahlzeiten wird hier gemalt, gespielt, gepuzzelt.

In der großen Halle (der Green Hall) steht unser Altar, hier halten wir die wöchentlichen Andachten und auch die zweimal jährlich stattfindenden Familiengottesdienste ab, ebenso feiern wir hier alle Feste.

Die Therapien finden im Bewegungsraum (der Muckibude) oder dem Sprachförderraum (Rednerkate) statt. Dort finden Kinder und Therapeuten die nötige Ruhe zum Arbeiten.

Die drei Mal wöchentlich stattfindende Vorschuleinheit wird in der Schülermeile (Wohnung im 1.Stock) abgehalten.

Jeder Gruppenraum hat eine Außentür zum Spielplatz. Das gut 300m² Außengelände ist mit Zier- Nutz- und Obststräuchern und Bäumen bepflanzt. Neben der Hexenhütte und der Tankstelle für Bobbycars, gibt es große Sandflächen zum Spielen und eine Wasserpumpe, die Sommer genutzt wird. Der Platz ist so angelegt, dass es für die Kinder viele Rückzugsmöglichkeiten gibt und sie so das Gefühl bekommen, auch mal unbeobachtet spielen und wirken zu können. Für gemeinsame Gespräche, Treffen oder singen, sind um eine Lagerfeuerstelle Bänke im Kreis aufgestellt.

Um die Kinder vor der Sonne schützen zu können, haben wir riesige Markisen am Haus anbringen lassen. 

Das Gelände ist mit einem circa 1m hohen Zaun geschützt.

 

3.5 Sprachbildung

Referenz QM-Handbuch: K 2.6 Kommunikation und Sprachbildung

Religionspädagogik, Integration und Sprachbildung sind Schwerpunkte unserer Arbeit. Wir haben den gesamten Kita- Alltag darauf abgestimmt.

Beim gemeinsamen Frühstück wird um Brot, Butter, Aufschnitt, Obst gebeten und viele Gespräche geführt. Die Erzieher/innen ermuntern die Kinder stets durch aktives Zuhören und offenen Fragen sich an den Gesprächen zu beteiligen. Im Morgenkreis werden nicht nur die Aktivitäten des heutigen Tages besprochen, sondern Lieder mit viel Bewegung gesungen, Reime oder Fingerspiele gemacht. Eine Handpuppe dient als Sprachrohr und erleichtert noch unsicheren Kindern das Sprechen.

Neben der Gruppen-, bzw. Kleingruppenarbeit gehen wir mit den Kindern in Einzelsituationen, um ihren Entwicklungsstand besser beobachten zu können. Bei Bedarf ziehen wir die Logopäden hinzu und arbeiten mit ihnen gemeinsam.

Für Kinder mit Migrationshintergrund arbeiten wir in Kleinstgruppen oder in einer Einzelsituation. Es gibt zwei Sprachräume, beide sind mit verschiedensten Materialien, z.B. Musikinstrumenten, zur Sprachförderung und –Entwicklung eingerichtet und werden ebenfalls auch von den Logopäden genutzt.

Eine gute Sprachförderung und -Bildung kann nur sinnvoll sein, wenn sie vollkommen in den Alltag integriert ist!

Um dies zu gewährleisten, wird der tägliche Kitaablauf genutzt, um vielfältige Lernanlässe und – Gelegenheiten zu schaffen. Dies beginnt schon im Frühdienst mit der morgendlichen Begrüßung von Kindern, Eltern und Erzieher/innen.

Unser Alltag hat eine durch wiederkehrende Rituale feste Struktur, die gerade unsicheren Kindern Geborgenheit und Wohlbefinden gibt.

Durch die wertschätzende Haltung des Teams haben die Kinder die Sicherheit als Grundvoraussetzung Freude an der Entwicklung ihrer Sprache und ihrer Entdeckerlust.

Alle pädagogischen Fachkräfte sind sich ihrer Vorbildfunktion stets bewusst, achten auf eigene, hohe Sprachkompetenz und haben sich durch ständige Fort- und Weiterbildung ein umfangreiches Wissen zum kindlichen Spracherwerb angeeignet.

Immer, besonders aber in der Krippenarbeit, werden die Eltern vom Team bestärkt, die Herkunftssprache mit ihren Kindern zu pflegen und zu sprechen, denn ein gefestigter Erwerb der Erstsprache begünstigt die Entwicklung der Zweitsprache.

Während des gesamten Tages wird durch Alltagshandlungen die Sprechfreude der Kinder geweckt, wenn nötig begleitet von Gesten. Der Morgenkreis bietet Raum, selbst zu erzählen, zuzuhören und nachzufragen. Sing- und Bewegungsspiele sind wichtige Rituale.

Um den sprachlichen Entwicklungsstand des einzelnen Kindes sorgfältig beobachten und einzelne Entwicklungsschritte dokumentieren zu können, nutzen die pädagogischen Fachkräfte neben einem Beobachtungsbogen selbstverständlich auch den 4 ½ jährigen Bogen, den auch die Schulen durchführen, um die Sprachentwicklung der Kinder zu dokumentieren. Diese Ergebnisse werden regelmäßig ausführlich mit den Eltern analysiert.

 

3.6 Entwicklungen und Beobachtungen systematisch dokumentieren

Referenz QM-Handbuch: K 2.5 Beobachtung und Dokumentation

Zur Dokumentation legen wir für jedes Kind am Tag der Aufnahme ein Portfolio an. Diese Mappe ist den Kindern jederzeit zugänglich und steht in den Gruppen, nach Erlaubnis der Kinder, dürfen Eltern sie einsehen. Dort werden alle Entwicklungsschritte des Kindes in Texten und Fotos, manchmal auch mit der Filmkamera festgehalten. Die Kinder arbeiten mit zunehmendem Alter immer aktiver an ihrem Portfolio mit. Sie setzen ihr nächstes Lernziel mit den Erziehern/innen gemeinsam fest und werden dabei von ihnen begleitet. In regelmäßigen Abständen überprüfen Kinder und Erzieher/innen diese Ziele und dokumentieren sie.

Eltern können die Entwicklungsschritte ihrer Kinder in der Kita ganz zeitnah verfolgen und auch aktiv auf eigenen Elternblättern mitgestalten.

Diese Mappe dient als Grundlage für die zweimal jährlich stattfindenden Entwicklungsgespräche mit den Eltern.

Am Ende der Kita Zeit nimmt jedes Kind sein Portfolio mit einem USB-Stick mit Fotos und Filmaufnahmen mit nach Hause.

Zudem haben wir noch weitere Dokumentationsinstrumente für die Entwicklung der Kinder. Die Beobachtungsbögen werden von den Fachkräften fortlaufend geführt und ebenfalls gemeinsam mit den Eltern in den Entwicklungsgesprächen besprochen.

Die 4 ½ jährigen Bögen, für die Vorschule werden ebenfalls bearbeitet, mit Einverständnis der Eltern an die Schulen gesandt und mit Eltern besprochen.

Für die Integrationskinder werden Förderpläne und Entwicklungspläne, sowie Therapieplan erstellt, auch diese werden mit den Eltern abgestimmt.

Die Entwicklungsgespräche mit den Eltern werden protokolliert und den Eltern per Kopie ausgehändigt.

 

3.7 Partizipation

Referenz QM-Handbuch: K 2.7 Partizipation der Kinder

Wir beteiligen die Kinder je nach Entwicklungsstandes bei der Gestaltung des Kitalebens aktiv. Dies wird schon an der von uns gewählten Dokumentationsform deutlich (s. Punkt 3.6 Entwicklungen und Beobachtungen).

Ein anderes Beispiel ist der morgendliche Tischdeckdienst, ein Kind darf die heutigen „Tischdecker“ auswählen. Verschiedenste Dienste werden am Montag vergeben, die Kinder können aussuchen, welchen und ob sie einen übernehmen möchten.

Jeden Menschen ausreden lassen und seine Meinung ernst zu nehmen gehört bei Kindern und Erzieher/innen zur Grundhaltung, nur so kann ein gesundes Selbstwertgefühl aufgebaut und gefestigt werden.

Ein großer Teil der Alltagshandlungen wird von den Kindern mitbestimmt: wie viel esse ich, was möchte ich als nächstes lernen, mache ich in die Windel oder versuche ich den nächsten Schritt, was spiele ich, spiele ich allein, mit Freunden, draußen, möchte ich bei diesem Projekt mitmachen, darf mein Bild/Gebasteltes gezeigt werden.

Welche Geschichte hören wir bei der Entspannung, übernehme ich diese Woche einen Gruppendienst und welchen, wie soll die Deko in den Gruppen aussehen, wen nehme ich als nächsten Paten.

Es ist mit allen Therapeuten im Haus verabredet, dass die Kinder, die das erlauben einen Gast aussuchen dürfen, der mit zur Therapiestunde geht.

Ist ein Kind in der Lage allein auf dem hauseigenen Spielplatz zu spielen, sprechen die Erzieher/innen dies mit Kindern und Eltern ab und die Kinder erhalten von den Eltern schriftliche Erlaubnis.

Einmal wöchentlich bringen die Kinder eigenes Spielzeug von zu Hause mit in die Kita, wenn sie möchten. Sie entscheiden darüber wer außer ihnen damit wann spielen darf und ob sie es allen Kindern zeigen möchten.

 

3.8 Umgang mit den Beschwerden der Kinder

Referenz QM-Handbuch: K 2.7 Partizipation der Kinder

Es gibt einen geregelten Tagesablauf, der allen Kindern bekannt und vertraut ist, zu dem auch der Morgenkreis gehört. Dort wird sich begrüßt, gesungen und der Tag besprochen. Wer etwas Besonderes zu erzählen oder eine Bitte, einen Änderungswunsch oder eine Beschwerde hat, hat hier eine Gelegenheit dies zu tun.

Krippenkinder werden einfühlsam in ihrem Alltag begleitet, ihnen nicht angenehme Situationen ergründet und verändert.

Selbstverständlich nehmen sich die Erzieher/innen die Zeit und geben den Kindern Raum ihre Anliegen, Bedenken, Zweifel oder Beschwerden zu äußern, ihnen zuzuhören sie darin ernst zu nehmen und mit ihnen gemeinsam eine Lösung zu suchen.

Mag ein Kind sich nicht vor den Anderen äußern, hat es immer eine Rückzugsmöglichkeit mit dem/der Erzieher/in seiner Wahl zu sprechen.

Ebenso haben die Kinder jederzeit die Möglichkeit die Leitung anzusprechen, ihre Bürotür ist immer geöffnet und lädt zum Besuch und zum Gespräch ein.

 

3.9 Geschlechterbewusste Pädagogik

Referenz QM-Handbuch: K 2.8 Geschlechterbewusste Pädagogik

Unsere Spielmaterialien sind vielfältig, bunt, anregend, sächlich, jungen- und mädchenspezifisch. Sie sind allen Kindern zugänglich und dürfen jederzeit von allen Kindern genutzt werden. Die Kinder suchen sich ihre Materialien eigenständig aus und werden hierbei von den Erziehern/innen bestärkt. Jungen und Mädchen nutzen die Winkelgasse (den Rollenspielraum) gleichermaßen und sind aktiv an der Gestaltung dieses Raumes beteiligt. Wir haben einen großen Fundus, von Werkbank bis Schminktisch, von Handwerkerkleidung bis Brautkleid ist alles vorhanden und darf von allen genutzt werden, die Kinder werden dabei individuell von den Fachkräften unterstützt sich auszuprobieren und ihre Stärken und Vorlieben kennenzulernen.

 

3.10 Inklusion, Pädagogik der Vielfalt

Referenz QM-Handbuch: K 2.9 Inklusion – Pädagogik der Vielfalt

Als wir 2008 beschlossen die Integrationsarbeit aufzunehmen, war klar, wir möchten besondere Kinder fördern.

Sehr schnell stellten wir uns die Frage: Wer oder was ist denn etwas Besonderes? Das Kind, das seinen Körper und/ oder Geist nicht so flink und wendig nutzen kann, wie das Andere? Das Kind mit Migrationshintergrund, welches unsere Sprache lückenhaft oder gar nicht spricht? Oder das Kind aus besonderen sozialen Verhältnissen?

              Je länger wir diskutierten, desto klarer wurde uns: Jedes Kind ist auf seine Weise ein einzigartiges Kind und sollte die Chance auf ganzheitliche Förderung und Bildung haben.

Wir nehmen uns den Luxus Zeit zu haben, uns gemeinsam mit dem Kind in seinen Möglichkeiten und seinem Tempo zu bewegen und so seine Stärken zu finden, zu vertiefen und hervorzuheben.

Um dies optimal zu gewährleisten, hat sich das gesamte Team entschlossen, die Weiterbildung zum Erzieher/innen mit Zusatzqualifikation zur Heilerziehung zu absolvieren und verfolgt diesen Weg konsequent. Zudem arbeiten in der Kita wir eng mit Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten zusammen.

Wir arbeiten und kooperieren mit verschiedenen Frühförderzentren und Instituten wie z.B. Werner- Otto zusammen, dem jugendpsychatrischen Dienst, sowie Intensiv Pflegediensten.

Seit September 2016 sind wir im Busbeförderprogramm aufgenommen worden.

Es dürfen die therapeutischen Hilfsmittel wie Rollatoren, Roll- und Therapiestühle ebenfalls von allen Kindern nach Absprachen mit dem/n Erzieher/innen und Einverständnis der Kinder erforscht werden.

Alles in allem ist Inklusion bei uns kein pädagogischer Ansatz, sondern Alltag.

 

3.11 Zeitliche Gestaltung

Referenz QM-Handbuch: K 2.3 Zeitliche Gestaltung

Wie immer beginnt der Frühdienst morgens um 7.00 Uhr. Wer seine Sachen in der Kleiderkammer und der Zwergengarderobe abgelegt hat, wird von den Erziehern/innen im Schlemmertempel begrüßt. Steht den Kindern der Sinn nach puzzeln, spielen oder malerischer Betätigung, finden sie hier alles Nötige.  Um 8.00 Uhr wechseln die Zwerge in ihren Bereich. Ab 8.30 Uhr wird allen Kindern ein reichhaltiges Frühstück angeboten. Darum müssen sich die Eltern nicht kümmern. Monatlich entrichten Sie einen Obolus extra in bar gegen Quittung.

Ihr Kind erhält so täglich ein ausgewogenes Frühstück und einen gesunden, vollwertigen Teezeitsnack. Gemeinsam kann bis 9.00 Uhr gefrühstückt werden, spätestens dann geht es in die Donnergrotte zur Zahnhygiene! Die Zwerge putzen selbstverständlich auch alle bereits vorhandenen Zähne.

Nach dem Zähneputzen wird es still, denn der Morgenkreis beginnt für alle Pinselstriche, Architekten und Zwerge des Hauses. Man trifft sich, um die Belange des Tages miteinander zu besprechen. Jeden Dienstag treffen sich alle Kinder und Erzieher/innen in der Halle und feiern Andacht miteinander.  Die Vorschulkinder (s. 3.15) gehen dreimal die Woche in die Schülermeile und machen Vorschule.

Alle restlichen Kinder gehen in ihre Projektgruppen und lernen dort wichtige Dinge aus allen Bildungsbereichen.

Danach Uhr wird dann der Spielplatz von allen gestürmt! Egal ob Zwerg, Pinselstrich oder Architekt, hier findet sich für Jeden etwas!

Es folgt das Mittagessen im Zwergenstübchen, mit anschließender Ruhezeit (wer zwischendurch mal die Augen schließen möchte, darf dies gern tun und sich zurückziehen).

Der Schlemmertempel wird mittags für alle Architekten zum Mittagessen geöffnet, im Anschluss essen dort alle Pinselstriche. Nach dem Mittagessen gibt es für beide Elementargruppen eine Entspannungszeit. Zwischen 14 und 15.00 Uhr gibt es Projektarbeit in den verschiedenen Bereichen. Einige gehen auf Spielplätze in der Umgebung, Andere spielen, malen, basteln im Haus oder lernen im Montessori Raum, für Jedermann ist was Spannendes zu finden. Die Zwerge schlafen in Ruhe aus und genießen das Aufwachen, Anziehen und Betten wegräumen.

Um 15.00 Uhr wird im Schlemmertempel und Zwergenstübchen die Teezeit gehalten.

Ab 16.00 Uhr beginnt der Spätdienst, gemeinsam mit zwei Erzieher/innen, bis 17.30 Uhr von Montag bis Donnerstag und am Freitag bis 16.30 Uhr.

Unsere Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten, sowie die Frühfördertherapeuten sind immer an mehreren Tagen im Haus anzutreffen, die Therapien finden in der Mucki- Bude und dem Schnackpalast statt.

Im Oktober des laufenden Jahres erhalten die Eltern den Jahresplan des kommenden Jahres, damit Urlaube geplant werden können und sich auf Kita Aktivitäten gefreut werden kann.

 

3.12 Körper und Bewegung

Referenz QM-Handbuch: K 2.11 Körper und Bewegung

Die Gruppenräume und das Außengelände sind so konzipiert, dass sie Kindern genügend Raum bieten, ihrer Lust an Bewegung oder dem Bedürfnis nach Ruhe nachzugehen. Seit 2013 gestalten wir den Kitaeigenen Spielplatz ganz neu. Es sind Spielgeräte entfernt und neue, wie die Hexenhütte und die Bobby Car Tankstelle aufgestellt worden. Noch mehr Ecken und Nischen zum verborgenen Spielen sind entstanden und wir haben in unsere Gestaltung die Nutzung des öffentlichen Spielplatzes, der direkt an unseren grenzt, einfließen lassen. Auf diese Weise haben die Kinder jederzeit die Möglichkeit auf einen Wechsel von bewegten und entspannten Phasen.

Wir bitten Eltern bereits im Anmeldegespräch ihre Kinder pflegeleicht und bequem zu kleiden, damit sie sich gut bewegen können.  Kleidung, die auch schmutzig werden darf, ist ideal. Die Kinder bewegen sich bei jedem Wetter draußen, dürfen mit allen Sinnen spielen, Pfützen und Baggermatsch laden immer ein!  

Auf die Balance aus Bewegung und Ruhe haben wir den Tagesablauf aufgebaut. Im Haus selbst gibt es unterschiedliche Rückzugsorte, die die Kinder allein oder zu mehreren in Absprache mit den Fachkräften nutzen können.

In der Krippe gibt es jederzeit die Möglichkeit in einem kleineren Raum zu ruhen oder zu schlafen.

 

3.13 Spiele anregen und Projekte gestalten

Referenz QM-Handbuch: K 2.2 Spiele anregen und Projekte gestalten

Seit Ende 2009 wurden die Gruppenräume in Funktionsräume umgewandelt (s. „Räumliche Ausstattung). Dadurch ergeben sich für die Kinder vielfältige Möglichkeiten ihren momentanen Interessen intensiver nachgehen zu können. In der Pinselwerkstatt stehen unterschiedlichste Materialien zur Verfügung, die die Kinder jederzeit frei nutzen können. Fehlt trotzdem etwas, gehen sie in Begleitung mit einem/r Erzieher/in den Materialkeller, um dort zu suchen, was sie brauchen.

In der Architektenhöhle findet sich verschiedenes Baumaterial. Wir bieten Forscherkisten für Naturwissenschaftliche Experimente an, stellen Sachbücher zu unterschiedlichen Themen zur freien Verfügung.  Auch das Außengelände bietet die Möglichkeit für weiteres Bastel- und Baumaterial.  Im täglichen Freispiel im Haus oder auf dem Spielplatz erforschen und entdecken die Kinder eigenständig ihre Umwelt und werden von uns hierzu angeregt.

An drei Tagen der Woche werden jeweils am Vor- und Nachmittag verschiedenste Projekte angeboten. Jede Fachkraft hat sich auf einen der 7 Bildungsbereiche spezialisiert und gestaltet Projekte in diesem Bereich, dabei werden Ideen und Vorschläge der Kinder aufgegriffen und umgesetzt

 

3.14 Sexualpädagogik in der Kita

 

Um die Grenzen eines jeden Kindes bereits mit der ersten Begegnung mit der Kita akzeptieren zu können, arbeiten wir mit dem Berliner Eingewöhnungsmodell. Es ermöglicht dem Kind, den Eltern und dem/r Bezugserzieher/in sich respektvoll zu nähern. Das Kind hat im Schutz seiner Eltern die Möglichkeit die neue Umgebung und den neuen Menschen langsam zu entdecken und kennenzulernen. In den ersten Wickelsituationen in der Kita ist die pädagogische Fachkraft dabei und nimmt Kontakt mit dem Kind auf, wickelt aber noch nicht selbst. Ist Vertrauen aufgebaut, wird das Kind sich vertrauensvoll wickeln und die Eltern gehen lassen können.

Die Räumlichkeiten der Kita sind so gestaltet, dass es Kindern jederzeit möglich ist, sich zurück zu ziehen. Toiletten sind mit Türen versehen, auch im Krippenbereich gibt es eine Toilette mit Tür.

Fragen der Kinder zur Unterschiedlichkeit von Jungen und Mädchen werden von den Fachkräften kindgerecht beantwortet. In den Gruppen liegen sexualpädagogische Bücher aus, die jederzeit mit Erzieher/innen, mit anderen Kindern oder allein betrachtet werden können. Eine Grundregel der Einrichtung heißt: Ein Nein ist ein Nein und ist zu akzeptieren.

Können Kinder untereinander dies nicht akzeptieren, sind sie sich der Unterstützung der Fachkräfte sicher. Gemeinsam wird dann nach Lösungen gesucht, die für alle befriedigend sind.

Aufgrund der Behinderungen einiger Kinder ist es manchmal für sie schwer, zu erkennen, wann sie bei Anderen eine Grenze überschreiten. Dies wird dann mit allen Beteiligten thematisiert und auch hier wird nach Lösungen gesucht. Die Kinder lernen Grenzen zu achten, aber gleichzeitig auch, dass sie auf eigene Grenzen achten und auf deren Einhaltung bestehen.

Es ist uns wichtig, die Kinder füreinander zu sensibilisieren. So haben wir vor circa zwei Jahren begonnen, mit den im Haus beschäftigten Therapeuten (Ergo, Physio und Logo) unser im Haus bestehendes Patenkonzept auch auf die verschiedenen Therapieeinheiten zu erweitern. Dies bedeutet, jedes Integrationskind darf sich zu seiner Therapie einen Gast einladen, seitdem sind die Kinder miteinander achtsamer. Es gibt jedem Menschen ein stärkendes Gefühl, einen Anderen stützen und helfen zu können.

siehe auch Punkt: Geschlechterbewusste Pädagogik

 

3.15 Das Brückenjahr

Referenz QM-Handbuch: K 2.18 Übergang von der Kita zur Schule

Vorschularbeit beginnt bei uns am ersten Kita Tag. Wir fördern und stärken die Eigenständigkeit der Kinder vom ersten Tag an.

Wie die gesamte Kita Arbeit, orientiert sich auch die eigentliche Vorschulzeit (das Jahr vor der Schule) stark an den Hamburger Bildungsempfehlungen.  In kleinen Gruppen von höchstens 10 Kindern, werden Projekte in allen Bildungsbereichen durchgeführt.

Die Kinder nehmen z.B. an der Verkehrserziehung durch die Polizei teil. Sie erstellen eigene Arbeitsblätter, die sie in ihren Mappen sammeln und haben jeder ihre eigenen Materialien, auf die sie achten.

Die Vorschulgruppe findet dreimal wöchentlich statt.

In der Vorschularbeit bereiten wir die Kinder auf die Anforderungen in der Schule vor. Besonders eng arbeiten wir mit der evangelischen Integrationsschule Paulus: „Schule unterm Kirchturm“ zusammen.

Regen Kontakt pflegen wir zu den staatlichen Grundschulen, sowie der katholischen Grundschule Herz Jesu. An Schnuppertagen lernen die Kinder ihre Lehrer/innen bereits vor dem Schulanfang kennen.

 

3.16 Übergänge gestalten

Referenz QM-Handbuch: K 2.16 Eingewöhnung

Referenz QM-Handbuch: K 2.17 Übergänge in der Kita

Referenz QM-Handbuch: K 2.18 Übergang von der Kita zur Schule

Den Übergang von der Krippe in die Elementargruppen wird von den Erziehern/innen übernommen und ist fließend. Da alle Kinder sich täglich im Frühdienst, auf dem Spielplatz, zu gemeinsamen Projekten und im Spätdienst treffen, ebenso die wöchentliche Andacht gemeinsam feiern, kennen sich alle Kinder und Erzieher/innen bereits gut. Circa 4 Wochen vor dem Wechsel von der Krippe in den Elementarbereich wird das Kind vorbereitet. Die /der Bezugserzieher/in verbringt vermehrt Zeit mit ihm und baut langsam eine Beziehung auf. Im zweiten Schritt wird das Kind in den Morgenkreis seiner neuen Gruppe eingeladen, dann zum Frühstück. Wenn es unsicher ist, wird das Kind zunächst vom „alten“ Erzieher/in begleitet. Dann verbringt es den Vormittag in der Gruppe und bleibt bis nach dem Mittagessen. Als Abschluss „zieht es um“, heißt das Garderobenfach wird im Elementarbereich eingerichtet, mit Bild und Eigentumsfach. Die Eltern werden circa 4 Wochen vor Wechsel zum Abschlussgespräch eingeladen und circa 6 Wochen nach Wechsel zum ersten Gespräch mit der neuen Bezugsperson.

Um dem Kind den Übergang so leicht wie möglich zu gestalten, besprechen die Fachkräfte bereits lange vor dem Wechsel in welche Gruppe es kommt und tauschen sich über Entwicklung, Vorlieben und Abneigungen, Stand der Sauberkeitserziehung und individuelle Eigenschaften des Kindes aus.

Kommt Ihr Kind erst im Alter von 3 Jahren oder älter in die Kita, wird die Eingewöhnungszeit individuell gestaltet (s. 3.1)

Im letzten Jahr der Kitazeit werden die Kinder immer eigenständiger. Einige dürfen mit Erlaubnis der Eltern „allein“ auf dem Kitaeigenen Spielplatz spielen, die auszuführenden Aufträge werden komplexer und sie übernehmen die Patenkinder, die noch viel Hilfe und Begleitung benötigen. All dies stärkt das Selbstwertgefühl der Kinder und hebt ihre Eigenständigkeit, sie sind sich ihrer Stärken und Kompetenzen sicher.

 

3.17 Ernährung in der Kita

Referenz QM-Handbuch: K 2.1 Essen und Trinken

Wir haben uns in der Kita als Ernährungsform für eine Optimierte Mischkost (OptiMix) entschieden, das bedeutet, es gibt Fleisch, Fisch, Gemüse, Süßspeisen- eben von allem etwas. So können wir allen Kindern gerecht werden

Die Kita hat eine eigene Küche und bereitet alle Mahlzeiten selbst und frisch unter der Berücksichtigung der Bremer Checkliste zu. Der Speiseplan wird von der HWL unter Berücksichtigung von Allergien einzelner Kinder gestaltet. Die Kinder haben jederzeit die Möglichkeit in der Küche nachzufragen, was es heute zu essen gibt oder ihre Wünsche für ihr Lieblingsgericht an die HWL zu geben, die sich gern darauf einstellt. Der Speiseplan ist für Klein und Groß in der Kita zu lesen: neben dem schriftlichen Speiseplan, auf dem alle Allergene und Zusatzstoffe vermerkt sind, gibt es einen Foto- Speiseplan auf dem alle Speisen des Tages abgebildet sind. Die Küche verarbeitet ausschließlich Geflügelfleisch (1x wöchentlich) und Fisch (1xwöchentlich) und stellt sich auf religiöse Traditionen ein, wer lieber ganz auf Fleisch verzichten möchte, dem wird eine vegetarische Alternative angeboten.

Zu jedem Mittagessen wird neben der Gemüsebeilage auch noch Salat, Rohkost oder Obst angeboten. Das Essen wird in Schüsseln angeboten und die Kinder füllen sich eigenständig auf. Sie werden von den Erziehern/innen hierzu ermuntert und gebeten, kleinere Portionen aufzufüllen und sich nachzunehmen. Wir sind eine Öko Plus Kita und vermitteln den Kindern auch wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln.

Die Eltern haben jederzeit die Möglichkeit bei der HWL nach Rezepten zu fragen, die sie gern zur Verfügung stellt.

Als wir 2009 unser Haus umbauten und eine Integrationskita wurden, haben wir uns intensiv mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt und beschlossen, nicht nur ein gesundes, vollwertiges Mittagessen an zu bieten sondern alle Kita- Mahlzeiten.

Wir frühstücken gemeinsam mit den Kindern. Ein von allen Eltern gezahlter Obolus, wird zum Kauf von Geflügelaufschnitt, Käse, Butter, Obst und Rohkost genutzt. Täglich backen wir in der Kita Mehrkornbrot zum Frühstück und für die Teezeit am Nachmittag. So erhalten alle Kinder die gleiche Möglichkeit sich ihr Frühstück zusammenzustellen. Die Kinder, auch die Krippenkinder, streichen sich ihre Brote selbst und bestimmen die Zusammenstellung ihres Frühstücks. Ungesüßte Tees und Wasser bieten wir den Kindern den ganzen Tag an.

Am Nachmittag treffen sich die Kinder zu einer Snackrunde, der Teezeit, die für die Kinder immer aus Mehrkornbrot, Obst/Rohkost besteht.

Das Frühstück am Freitag wird durch Marmelade, Honig, Schokocreme ergänzt. Freitags wird während des Frühstückes besprochen, welches Obst und Gemüse für die kommende Woche bestellt werden soll.

Die Kinder decken die Tische immer eigenständig mit Porzellan, Besteck und Gläsern und sprechen ab, wer helfen darf. Zu Geburtstagen und Feierlichkeiten wird dekoriert. Die Erzieher/innen stehen helfend zur Seite.

Auch in der Krippe werden die Kinder beim Tischdienst involviert, sie helfen nach ihren Möglichkeiten beim Tisch decken und decken ihr Geschirr (auch hier gibt es ausschließlich Porzellan und Glasgeschirr) eigenständig ab. Sie erhalten die Hilfe, die sie beim Essen benötigen, aber eben auch die Möglichkeit, sich im Essen auszuprobieren, was schmeckt mir, ich kann mein Brot schon selbst streichen. Auf besondere Bedürfnisse wie z.B. püriertes Essen oder nur kleine Stückchen im Essen, hat sich die HWL eingestellt.

Kinder, die per Sonde ernährt werden müssen, nehmen ihre Mahlzeit nach Einverständnis aller mit allen Kindern ihrer Gruppe ein.

Da sich alle Fachkräfte ihrer Vorbildfunktion bewusst sind, werden alle Mahlzeiten mit den Kindern gemeinsam eingenommen. Vor dem gemeinsamen Beginn überlegen die Kinder ob ein Tischspruch, ein Lied oder ein Gebet gesprochen wird.

Zum Geburtstag dürfen die Kinder entscheiden, was sie mitbringen möchten, Kuchen, Obst, Süßes oder was es sonst Besonderes sein darf und wir es unter der Berücksichtigung der Hygienevorschriften (HACCP) ausgeben dürfen. Sahne oder Cremetorten, sowie Speisen mit rohem Ei dürfen wir leider nicht verteilen, da wir die Kühlung lückenlos nachweisen müssen.

Auf Festen gibt es immer ein Buffet. Wird dieses vom Haus gestaltet, bedenken wir Allergiker und religiöse Traditionen, gibt es ein Elternbuffet bitten wir darum zu kennzeichnen, was sich in den Speisen für Zutaten befinden. Gesüßte Getränke werden in der Kita grundsätzlich nicht angeboten.

Nachtisch bieten wir für alle Kinder an.

Neben der qualitativ guten Ernährung der Kinder fördern wir auch die Mundmotorik, Sprachentwicklung und die Wortschatzerweiterung, denn gemeinsame Mahlzeiten schaffen etwas Verbindendes und bieten Zeit für Kommunikation.

 

  1. Religionspädagogische Arbeit in unserer Kita

Referenz QM-Handbuch: T Leitsätze und Standards zu den Evangelischen Bildungsperspektiven

(Zitat aus unserem Leitbild)

 

Unser Handeln orientiert sich am christlichen Menschenbild. Dies ist geprägt vom Wissen des Angenommen- und Angewiesenseins auf Gott und andere Menschen, des Gelingens und Scheiterns und dem Respekt vor der Würde des Einzelnen. Bei uns können Kinder- und ihre Familien- den christlichen Glauben und seine Tradition kennenlernen. Biblische Geschichten, Gebete, Lieder, Segen, Gottesdienste, christliche Feste bieten dazu Raum und Orientierung.

 

4.1 Grundlagen der religionspädagogischen Arbeit

Religionspädagogik gehört in unseren Alltag. Seit 1998 treffen sich einmal monatlich aus jeder der drei Kitas der Gemeinde zu Hamburg-Hamm je ein/e Erzieher/in mit der Kinder- und Jugendpastorin der Gemeinde und bereiten die kommende Andachtsreihe vor, die aus drei bis vier Andachten besteht. Es werden Themen oder anstehende Feste besprochen und passende Lieder ausgesucht. Einmal wöchentlich kommen alle Kinder, auch die Krippenkinder in der Halle vor unserem Altar zusammen und feiern miteinander eine Andacht, die von den Erziehern/innen durchgeführt wird. Die Andachten werden eigenständig von den Fachkräften geleitet, die Pastorin begleitet sie zu besonderen Anlässen.

Wir haben eine Liturgie erarbeitet, die die Kinder durch die wöchentlichen Andachten und regelmäßigen Gottesdienste verinnerlicht haben. Es werden biblische Geschichten erzählt, Spiele gespielt, Lieder gesungen. Wir beenden unsere Andacht immer mit dem gemeinsam gesprochenen Vater Unser und einem Kita Segen.

Zweimal im Jahr laden wir zu einem Familiengottesdienst ein und feiern ihn gemeinsam mit Eltern, Kindern und Gemeinde mit einem abschließenden Frühstück. Da wir keine gemeindeeigene Kirche in der Nähe haben, feiern wir diese Gottesdienste in der Kita. In der Halle haben wir einen, extra für unsere Einrichtung gebauten Altar.

Wir vermitteln den Kindern ein christliches Menschenbild, jeder wird so akzeptiert, wie Gott ihn geschaffen hat, setzen uns aber auch mit anderen Religionen auseinander, tolerieren und akzeptieren diese. Wir fordern die Kinder auf, uns von ihren Festen zu erzählen.

Wir feiern die christlichen Feste und bewegen uns durch das Kirchenjahr: Ostern, Pfingsten, Erntedank, Reformationstag, Weihnachten.

Gebete, christliche Lieder und Rituale begleiten uns bei den Mahlzeiten oder dem Morgenkreis.

 

4.2 Unsere Praxis der Religionspädagogik

Siehe Punkt: 4.1

 

  1. Kinderschutz

Referenz QM-Handbuch: Band V, Sicherung des Kindeswohls, besonders: T K 2.12-01 Handlungskonzept Sicherung des Kindeswohls

5.1  Kinderschutz in unserer Kita

Vorwort

(Zitat Handlungskonzept Sicherung des Kindeswohls) Die Sicherung des Wohls von Kindern und Jugendlichen erfordert von den Fachkräften in den Kindertageseinrichtungen ein hohes Maß an Kompetenz, Sensibilität und Engagement. Erzieherinnen und Erzieher müssen sich mit oftmals schwierigen Lebenslagen von Kindern auseinandersetzen, die eigene Haltung immer wieder reflektieren, wertschätzend und ressourcenorientiert mit Eltern zusammenarbeiten.

Dabei spielt das Team bei der Einschätzung von Gefährdung und der Verabredung von Maßnahmen eine tragende Rolle. Kooperation innerhalb der Kita, mit dem Jugendamt und mit Fachstellen ist die Voraussetzung für das Gelingen von Kinderschutz.

Durch die Umsetzung des vorliegenden Handlungskonzeptes soll ein Frühwarnsystem für drohende Kindeswohlgefährdung installiert werden. Es bietet sowohl einen fachlichen Orientierungsrahmen als auch verbindliche Verfahrensabläufe. Im einzelnen Fall kommt es jedoch auch auf das Einfühlungsvermögen, das „pädagogische Fingerspitzengefühl“ und den „gesunden Menschenverstand“ an, um letztendlich den jeweils angemessenen Weg einzuschlagen.

Zusätzlich zum vorliegenden Handlungskonzept gilt es Standards für Prävention von Machtmissbrauch und Grenzverletzungen innerhalb der Kita zu entwickeln. In einem gemeinsamen Diskussions- und Bildungsprozess müssen sich die Teams auf Werte und Grenzen verständigen und diese auch für Eltern und Kinder transparent machen.

Kinder haben ein Recht auf sichere Orte, an denen ihre Grenzen geachtet werden und sie lernen, die Grenzen anderer zu respektieren.

Prävention bedeutet auch, dass Kinder sich als selbstwirksam erleben. Das Bundeskinderschutzgesetz konkretisiert diesen Aspekt, indem es die Implementierung eines „Beteiligungs- und Beschwerdeverfahrens“ für Kinder fordert.

Kinder müssen sich in ihren Meinungen und Gefühlen ernst genommen fühlen und erleben, dass Erwachsene sie in ihrer Entwicklung unterstützen und dort schützen, wo sie es benötigen“.

Die Mitarbeiter trennen berufliche und private Kontakte sehr genau. Jede Fachkraft hat eine Erklärung zur Schweigepflicht unterschrieben und hält sich an diese. Sollten zwischen Eltern und Erziehern private Kontakte entstehen, ist dies dem Kollegium bekannt, durch diese Transparenz entstehen keine Missverständnisse. Private Dienstleistungen wie Organisation von Kinderfesten oder Babysitting wird von den Mitarbeitern nicht angeboten.

Die Kita hat eine Kitaeigene Verfahrensweise zum Kinderschutz entwickelt.

Fehlt ein Kind länger als drei Tage unentschuldigt, rufen die Mitarbeiter zuhause an und fragen nach. Fehlt ein Kind eine Woche unentschuldigt, macht die Leitung einen Hausbesuch. Erreichen wir keinen Elternteil, wird eine Meldung an den ASD gemacht. Dies alles wird von der Kita protokolliert.

Zeigt ein Kind körperliche Auffälligkeiten, wie blaue Flecken oder ähnliches, fragen die Mitarbeiter bei Kindern und Eltern nach und protokollieren dies ebenfalls. Auch hier wird gegebenenfalls eine Meldung an den ASD gemacht.

Die Eltern werden grundsätzlich über diesen Schritt im Vorwege informiert und bekommen eine Kopie der Meldung.

Wir bieten den Eltern unsere fachliche Hilfe, Unterstützung und Begleitung zu Ämtern, bei schwierigen Gesprächen oder Beratungsstellen gern an.

Unserer Schweigepflicht sind wir uns stets bewusst!

Jederzeit Hilfe und kompetente Beratung können wir über den Träger einholen, der eine Fachkraft für Kinderschutz beschäftigt.

 

  • Prävention, Resilienz

Unsere gesamte pädagogische Arbeit ist darauf abgestimmt den Kindern sich ihrer Stärken und Bedürfnisse bewusst zu machen und darauf zu vertrauen.

Dies wird unter folgenden Punkten besonders deutlich: Punkt 3.1 Ziele der pädagogischen Arbeit, 3.3 Beziehungen aufbauen und gestalten, 3.5 Sprachbildung, 3.7 Partizipation, 3.8 Umgang mit Beschwerden der Kinder, 3.9 Geschlechterbewusste Pädagogik, 3.10 Inklusion, 3.14 Sexualpädagogik in der Kita, 3.17 Ernährung in der Kita, 4.1 Grundlagen der religionspädagogischen Arbeit, 5.1 Kinderschutz in unserer Kita

 

  1. Zusammenarbeit mit Familien

Referenz QM-Handbuch: K 3 Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit der Familie

6.1  Erziehung und Bildung als gemeinsame Aufgabe

Circa sechs Wochen nach Aufnahme Ihres Kindes, laden die Erzieher/innen zu einem Gespräch ein. Mindestens zweimal jährlich findet ein Entwicklungsgespräch über Ihr Kind statt. Alle Gespräche werden protokolliert, unterschrieben von Eltern und Erzieher/innen und Ihnen mit nach Hause gegeben. Für diese Gespräche werden vorher gemeinsam mit Eltern Termine gemacht, um ausreichend Zeit und Ruhe zu haben, Fragen zu beantworten, sich auszutauschen und die gemeinsame Aufgabe der Erziehung des Kindes zu gewährleisten.

Gibt es zwischenzeitlich Fragen oder Anliegen, können jederzeit weitere Termine vereinbart werden, die Erzieher/innen stehen Eltern gern beratend zur Seite.

Bei den Integrationskindern sind drei Entwicklungsgespräche jährlich vorgesehen. Circa alle sechs Monate nehmen daran auch die Therapeuten teil oder nehmen eigene Termine wahr, um die Förderpläne gemeinsam abzustimmen. Zusätzliche Termine sind auch hier möglich.

 

Themen, die die allgemeine Kita Arbeit betreffen, werden auf zwei bis drei Elternabenden im Jahr besprochen.

Alle unsere Elternaktivitäten, Feste oder Elternabende finden fast immer für das gesamte Haus statt, damit Eltern, die Kinder in verschiedenen Gruppen haben, nicht in Terminschwierigkeiten kommen.

 

6.2  Partizipation von Eltern

Zu Beginn des Kitajahres wird von der Elternschaft ein Elternbeirat gewählt, für den es eine gültige Satzung gibt, die wir Ihnen gern aushändigen. Der Elternbeirat trifft sich in regelmäßigen Abständen mit der Leitung und/ oder Erzieher/innen und vertritt Anliegen der Eltern, plant Festivitäten oder arbeitet konzeptionell mit.

Über Anregungen und Ideen von Eltern freuen wir uns sehr, diskutieren sie auf Elternabenden und nehmen sie soweit es möglich ist in die tägliche Arbeit auf.

 

6.3  Umgang mit Beschwerden von Eltern

Referenz QM-Handbuch: F 3.5 Umgang mit Beschwerden

Referenz QM-Handbuch: F 3.6 Ermittlung der Zufriedenheit

Eine Beschwerde ist eine Beschwerde und muss wertschätzend behandelt werden.

Wird eine Beschwerde an eine Fachkraft oder die Leitung herangetragen, hört die Fachkraft aufmerksam zu. Sie fragt genau nach, wenn der Sachverhalt nicht ganz deutlich ist und bleibt höflich. Sie erklärt dem Beschwerenden die nächsten Schritte und verspricht eine zeitnahe Rückmeldung, die 2 Tage nicht überschreiten sollte. Es sei denn, es liegt Krankheit oder Urlaub vor. Nach dem Gespräch trägt die Fachkraft die Beschwerde entweder in die Beschwerdeliste ein oder füllt den Beschwerdebogen aus.

Die Fachkraft oder die Leitung wendet sich zunächst an den Bezugserzieher/in des Kindes oder die Fachkraft, die es betrifft.

Kann die Beschwerde geklärt werden, geht die betroffene Fachkraft, bzw. Bezugserzieher/in auf den Beschwerdeführer zu und klärt nach Möglichkeit die Situation. Er gibt der angesprochenen Fachkraft oder Leitung eine kurze Rückmeldung und notiert dies entweder auf der Beschwerdeliste oder dem Beschwerdebogen.

Die angesprochene Fachkraft oder Leitung fragt nach genannter Zeitfrist bei dem Beschwerdeführer nach, ob die Beschwerde geklärt werden konnte. Ist das der Fall, ist der Vorgang abgeschlossen.

Können sich die Parteien nicht allein einigen, wird die Leitung als Vermittler eingeschaltet. Der Beschwerdeführer wird von der Leitung über die Möglichkeit der Einbeziehung des Elternrates aufgeklärt. Möchte der Beschwerdeführer dies, wird ein Termin mit ihm, dem Mitarbeiter, der Leitung und dem Elternbeirat vereinbart. Die Leitung hält dies auf dem Beschwerdebogen fest. Sie führt bei dem Gespräch Protokoll, lässt dies von allen direkt nach dem Gespräch unterschreiben und händigt es alles Beteiligten aus, ebenso wie den Beschwerdebogen. Konnte die Beschwerde geklärt werden, ist der Vorgang damit beendet.

Wird keine Lösung gefunden, setzt die Leitung die Beteiligten davon in Kenntnis, dass die Regionalleitung von ihr benachrichtigt wird und zu einem gemeinsamen Termin gebeten wird. Es wird von der Leitung Protokoll geschrieben, das von allen Anwesenden unterzeichnet wird. Alle Anwesenden erhalten eine Kopie. Konnte die Beschwerde geklärt werden, ist der Vorgang beendet.

Reicht auch dies nicht aus, sollten alle Parteien überlegen, ob ein weiterer Besuch der Einrichtung für Kind und Eltern sinnvoll ist. Auch die Heimaufsicht wird über diese Beschwerde in Kenntnis gesetzt. Sollte sich gegen einen weiteren Besuch des Kindes ausgesprochen werden, wird nicht auf Einhaltung der Kündigungszeit bestanden und der Vertrag mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Den Eltern wird gegebenenfalls Hilfe bei der Suche eines neuen Platzes angeboten.

Einmal jährlich arbeitet das Team einen Fragebogen zur Ermittlung der Zufriedenheit der Eltern aus. Dies geschieht zu den unterschiedlichsten Themen.

Der Fragebogen wird an alle Eltern ausgeteilt und nach Rückgabe ausgewertet. Das Ergebnis wird für alle Eltern sichtbar ausgehängt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden im Team und mit den Elternbeiräten ausgewertet, diskutiert und in die laufende Arbeit aufgenommen.

Die Teilnahme an den Fragebögen ist für Eltern selbstverständlich freiwillig und immer anonym.

 

6.4  Beratung, Begleitung und Unterstützung der Eltern

Wir verstehen uns als verlässliche Partner und Begleiter der Eltern in Bildungs- und Erziehungsprozessen. Dies ist die Grundlage für eine vertrauensvolle und verlässliche Zusammenarbeit.

Neben den zweimal jährlichen Entwicklungsgesprächen, werden Informationen zwischen Eltern und Fachkräften in sogenannten Tür- und Angelgesprächen ausgetauscht. Reicht dies nicht aus, können auch weitere Gesprächstermine vereinbart werden.

Die Fachkräfte schlagen gern geeignete Beratungsangebote vor und ziehen bei Bedarf und mit vorheriger Einverständnis der Eltern auch die Therapeuten zur Beratung hinzu.

Wünschen die Eltern eine Begleitung zu externen Beratungsstellen, begleiten die Fachkräfte sie gern und unterstützen sie in ihren Anliegen.

Aufgrund der personellen Ausstattung als Kita Plus Einrichtung ist es uns auch möglich Eltern auf Wunsch zu verschiedenen Ämtern zu begleiten.

 

6.5  Zusammenarbeit mit Evangelischen Familienzentren

In der Gemeinde zu Hamburg- Hamm ist eine Familienbildungsstätte eingerichtet. Wir bekommen regelmäßig die Kursangebote und können sie unseren Eltern zur Verfügung stellen.

 

  1. Das Team der Kita

7.1  Zusammenarbeit

Referenz QM-Handbuch: F 2.3.6 Teamentwicklung

Alle Mitarbeiter der Kita verstehen sich als gemeinsames Team, dessen gemeinsames Ziel ist, qualifizierte, wertschätzende und vertrauensvolle pädagogische Arbeit zu leisten.

Jeder in diesem großen Team hat seine Aufgaben und sich an seinen Stärken orientiert einen Schwerpunkt in seiner Arbeit gewählt.

Im Gruppenalltag setzen sich die drei Teams aus pädagogischen Fachkräften zusammen. Sie entscheiden gemeinsam über die alltägliche Gruppenarbeit und legen sie fest.

Die Hauswirtschaftsleute werden ebenso eingebunden.

 

7.2  Interne Kommunikation und Besprechungskultur

Referenz QM-Handbuch: F 2.2.3 Interne Kommunikation

Um eine optimale Betreuung der Kinder zu gewährleisten, muss es einen regen Austausch und eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern, Erzieher/innen und Leitung geben.

Als Arbeitsgrundlage dienen die Leitsätze des Kirchenkreises Hamburg- Ost.

Die Kita Mitarbeiter haben zweimal monatlich eine Gesamtteamdienstbesprechung, zweimal monatlich treffen sich die einzelnen Teams zur internen Besprechung. Alle Besprechungen werden protokolliert und von jeder Fachkraft unterschrieben. Die Protokolle schreiben die Fachkräfte

Die Leitung nimmt an den regelmäßig stattfindenden Dienstbesprechungen im Kirchenkreis Hamburg- Ost teil und qualifiziert sich weiter zu den verschiedensten Themen.

Seit Januar 2013 ist die Kita als Kita Plus anerkannt.

 

7.3  Fort- und Weiterbildung

Referenz QM-Handbuch: F 2.3.4 Fort- und Weiterbildung

Zweimal im Jahr qualifiziert sich das gesamte Team auf Studientagen zu verschiedensten Themen aus den Bildungsrichtlinien

Alle Erzieher/innen absolvieren nacheinander die Weiterbildung zur Zusatzqualifikation zur Heilerziehung, bzw. machen Krippenlangzeitfortbildungen.

Eine Erzieherin hat das Montessori Diplom absolviert.

Jährlich absolvieren alle Fachkräfte eine Einweisung über Feuerlöscher und haben alle die Ausbildung zum Brandschutzhelfer gemacht, eine regelmäßige Auffrischung des 1. Hilfe Kurses gibt es alle zwei Jahre.

Seit zwei Jahren nimmt jeweils eine Fachkraft am theologisch- religionspädagogischen Grundkurs teil.

Je nach ihren Schwerpunkten suchen die Fachkräfte regelmäßig Weiterbildungen aus, sprechen sich im Team ab und bilden sich fort.

 

7.4  Auszubildende

Referenz QM-Handbuch: F 2.3.8 Ausbildung und Praktikum

Die Kita arbeitet mit den sozialpädagogischen Fachschulen Hamburgs zusammen. Wir bilden SPAs, Erzieher/innen und Heilerziehungspfleger/innen aus und haben einen Praktikantenleitfaden hierzu erstellt, den wir allen Fachschulen zur Verfügung gestellt haben.

Geplant ist es ab 2017 auch Kita Helfer in Hauswirtschaft und Pädagogik auszubilden.

 

  1. Die Kita als Teil der Kirchengemeinde

Referenz QM-Handbuch: K 4 Vernetzung in Kirchengemeinde und Gemeinwesen

 

8.1 Gemeinsame Aktivitäten, Projekte und Angebote

Die Gemeinde zu Hamburg- Hamm und die Kita führen ein aktives, gutes Nebeneinander.

Die Gemeindeeigenen Kirchen sind in relativer Entfernung und mit Krippenkindern zu Fuß schlecht zu erreichen.

Die Gemeinde hat immer ein offenes Ohr für die Belange der Kita.

Die Kita lässt die Gemeinde über Artikel im Gemeindebrief und Einladungen zu allen Kitafesten an ihrem Alltag teilhaben. An großen Gemeindefesten nimmt die Kita aktiv teil.

 

8.2  Angebote für Familien

Wir feiern regelmäßig verschiedene Feste gemeinsam mit allen Eltern und Kindern. Zweimal jährlich findet ein Elternabend statt, dort bieten wir eine Kinderbetreuung mit Abendbrot für die Kinder und Eltern an, damit Eltern ohne „Babysitterdruck“ teilnehmen können. Zu unseren halbjährlich stattfindenden Familiengottesdiensten laden wir alle Eltern und Kinder im Anschluss zum Frühstück ein.

Wir bieten regelmäßige Entwicklungsgespräche an und begleiten die Eltern auf Wunsch zu Ärzten, Ämtern und Entwicklungszentren. Kinder, die Logopädie, Ergo- oder Physiotherapie auf Rezept verordnet bekommen, werden auf Wunsch von unseren Therapeuten behandelt.

Frühstück, Teezeit, Windeln, Feuchttücher, Zahnhygieneartikel, Taschentücher und Sonnencreme wird für einen monatlichen Obolus von der Kita eingekauft und bereitgestellt.

Einmal jährlich verreisen alle Kinder der Kita ab 2 Jahren mit den Erziehern/innen für drei Tage.

 

  1. Kooperation und Vernetzung im Gemeinwesen

Referenz QM-Handbuch: K 4 Vernetzung in Kirchengemeinde und Gemeinwesen

Der Kindergottesdienst der Gemeinde lädt die Kinder regelmäßig zu Veranstaltungen wie z.B. Kinderbibelwoche ein. Alle Eltern erhalten den Gemeindebrief sofort nach Erscheinen. Das Programmheft der Familienbildungsstätte wird ebenfalls an die Eltern verteilt.

Wir arbeiten mit einer Physiopraxis aus dem Stadtteil und einer Ergopraxis, sowie einer Logopädin eng zusammen. In der Krippe werden Kinder aus verschiedenen Frühförderzentren betreut, im Integrationsbereich arbeiten wir mit Beratungsstellen, Kinderintensivpflegediensten, Entwicklungszentren intensiv zusammen und stimmen unsere Arbeit ab.

 

  1. Öffentlichkeitsarbeit

Referenz QM-Handbuch: U 1 Öffentlichkeitsarbeit

Die Kita hat eine eigene Homepage: kita-simeonkirche.de

Sie wird gemeinsam von Eltern und Leitung gepflegt. Dort finden sich das Konzept der pädagogischen Arbeit und Kita Plus in PDF- Format, aktuelle Monatsaushänge, Berichte von Festen oder Aktivitäten und Fotos.

Ein sehr aktiver, eigener Förderverein unterstützt die Kita engagiert.

Im Gemeindebrief erscheinen regelmäßig Artikel der Kita.

 

  1. Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung

Referenz QM-Handbuch: F 3.1 Aufbau des Qualitätsmanagementsystems

Bereits Anfang 2000 nahmen wir an den verschiedenen Integrierten Qualitätsentwicklungen des Kirchenkreises teil und absolvierten diese.

2010 erhielten wir die Öko Plus Zertifizierung, seit 2013 sind wir eine Kita Plus (spezielle Sprachförderung) Kita.

Seit 2012 arbeiteten wir intensiv am Qualitätshandbuch des Kirchenkreises- Ost, basierend auf dem Beta Rahmenhandbuch mit und seit 2014 sind wir eine der ersten sechs Kitas des Kirchenkreises gewesen, die BETA- Zertifiziert worden sind.

 

  1. Ausblick und Zukunftsvisionen

Alle drei Jahre findet eine BETA- Zertifizierung statt. Dies wird bei uns 2017 soweit sein. Das Qualitätsmanagement ist eine fortlaufende Dokumentations- und Überprüfungsmethode, so, dass wir immer wieder neu gefordert sind unsere Arbeit zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen, neue Ideen zu finden und auszuprobieren.